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Ein Hemmnis für ein stärkeres Wachstum des Marktes für solarthermische Anlagen ist schnell ausgemacht: Niedrige fossile Energiepreise lassen die
alternativen Wärmeerzeuger unwirtschaftlich erscheinen. Doch tatsächlich müssen nur einzelne Annahmen verändert werden, um Solaranlagen auch wirtschaftlich attraktiv zu machen. “Die Mehrzahl der Menschen würde
Solarenergie nutzen, wenn sie nicht teurer wäre als Öl oder Gas“, erklärt die Solarbranche in dem jüngst veröffentlichen Bericht „Sun in Action II“. Auch einige der befragten Experten sehen in noch zu hohen Preisen
für Solaranlagen oder zu niedrigen Energiepreisen fossiler Energien ein Hemmnis für die stärkere Verbreitung solarthermischer Anlagen. Ebenso ist bei vielen Kunden die Motivation zum Kauf von Solaranlagen
offenbar an die aktuelle Energiepreisentwicklung gekoppelt. So hatten die Energiepreissteigerungen 2000 zu einem deutlich wachsendem Interesse an Solaranlagen geführt. Dagegen verzeichnete der Solarmarkt im
vergangenem Jahr ein geringeres Wachstum – neben den vom Wirtschaftsministerium hervorgerufenen Irritationen durch Kürzung des Marktanreizprogramms ist eine Ursache sicherlich auch in der scheinbaren Entspannung auf
den Energiemärkten zu sehen.
Fossile Energien werden teurer
Beim Marketing für Solaranlagen sollte allerdings auch im Interesse der Kunden berücksichtigt werden, dass jede Prognose über die zukünftige
Energiepreisentwicklung äußerst spekulativ ist. Viele Energieberater kalkulieren heute mit einer durchschnittlichen Preissteigerung bei Öl und Gas von jährlich drei Prozent. Bei einer solchen Annahme amortisieren
sich Solaranlagen tatsächlich nur, wenn sie sehr preiswert realisiert werden und nicht mit einer Verzinsung des eingesetzten Investitionskapitals gerechnet wird. Jedoch gibt es Gründe, mit deutlich höheren
Energiepreissteigerungen zu rechnen. So haben Jörg Schindler und Werner Zittel von der Ludwig-Bölkow-Stiftung für den Deutschen Bundestag die Entwicklung auf den Energiemärkten prognostiziert: „Demnach ist innerhalb
des ersten Jahrzehnts dieses Jahrtausends mit dem strukturell bedingten Erreichen des Produktionsmaximums bei konventionellem Erdöl zu rechnen.“ Und die beiden Experten erwarten: „Die Auswirkungen dieser
Entwicklungen auf den Ölpreis werden dann gravierend sein. Zwar gibt es Prognosen, die mit einem weniger dramatischen Preisanstieg rechnen. Hausbesitzer, die sich jedoch nicht darauf verlassen möchten, sind mit
einer Solaranlage auf der sicheren Seite. Deren eventuelle Mehrkosten sind kalkulierbar, plötzliche Preissprünge bei Öl oder Gas dagegen nur schwer. Dabei hängt es von den jeweiligen Umständen ab, ob einzelne
Solarkonzepte wirtschaftlicher sind als andere. Besonders bei Neu- oder Umbauten sollten Installationsbetriebe den Einbau von Solaranlagen empfehlen.
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